1. Vorsitzende

Jutta Baumhecker

Zum Kurgarten 30

34414 Warburg

 

Der Verkehrsverein Germete wurde im Januar 1950 als "Verkehrsverein Heil- und Luftkurort Germete" gegründet. Als ersten 1. Vorsitzenden wählten die damals Anwesenden den Bauern Johannes Tillmann. Der Verein wurde gegründet, um Germete touristisch voranzubringen. So war es der Werbetätigkeit des Vereins zu verdanken, dass die Zahl der Übernachtungen von 1537 im Jahr 1953 auf über 8000 im Jahr 1966 stiegen.

Zu den in der Satzung aus dem Jahr 1983 genannten Aufgaben wie, Steigerung des Bekanntsheitsgrads des Ortes Germete und seiner klimatischen Besonderheiten, Verschönerung des Ortes oder Betreuung von Gästen, hat sich der Verkehrsverein in den letzten Jahren mit der Zukunftsfähigkeit des Ortes befasst. Durch eine groß angelegte Bürgerbefragung wurden Wünsche erfragt. Zu den Ergebnissen berichtete das Westfalen-Blatt folgendes:

 

Germeter lieben ihren Ort

252 Fragenbögen sind ausgewertet worden

Von Jürgen Vahle

Germete (WB). Der Nikolausumzug der Feuerwehr ist das beliebtestes Germeter Fest. Fast 90 Prozent der Bürger können sich nicht vorstellen, in Zukunft aus dem Luftkurort wegzuziehen. Und drei Viertel der Einwohner gefällt das Dorfbild gut oder sehr gut. Das sind nur einige der teils überraschenden Erkenntnisse aus einer Fragebogenaktion in Germete.

600 Fragebögen waren im Frühjahr 2014 im Ort an Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahre verteilt worden. Entwickelt worden waren sie vom Bezirksausschuss, dem Verkehrsverein und dem Kreis Höxter. Die Germeter wollen sich damit für die Herausforderungen des demografischen Wandels wappnen. Im Altkreis Warburg hat eine solche Befragung Pilotcharakter.

Im Germeter Bezirksausschuss sind die Ergebnisse am Donnerstagabend vorgestellt worden. 252 ausgefüllte Formulare kamen zurück – und sind den Sommer über ausgewertet worden. Annika Engel, die aus Rohden stammt und in Bamberg Soziologie studiert, hatte die Antworten analysiert. „Mit diesen Ergebnissen kann man wirklich etwas anfangen – auch aus wissenschaftlicher Sicht“, lobte die 22-Jährige.

Haupterkenntnis: Die Germeter sind mit ihrem Ort sehr zufrieden. 80 Prozent der Teilnehmer leben gerne oder sehr gerne im Dorf. Fast 90 Prozent wollen auch in Zukunft dort wohnen bleiben. 72 Prozent halten den Zusammenhalt im Ort für hervorragend, 83 Prozent bewerten die Freizeitmöglichkeiten (Sport, Feste) als ausreichend und gut.

In der Rangliste der Feste rangiert der Nikolausumzug der Feuerwehr für viele etwas überraschend auf Platz eins vor dem Schützenfest und dem großen Reitturnier. Manche wünschen sich in dem Zusammenhang, dass die Zahl der Feste im Sommer weniger dicht gedrängt ist und das Parkfest wieder ausgerichtet wird. Auch ein Weihnachtsmarkt wurde von einigen vorgeschlagen.

Natürlich hatten die Germeter auch einiges zu kritisieren. Mehrheitlich wird die schlechte Versorgung mit Lebensmitteln im Ort moniert. Auch ein Geldautomat fehlt vielen. Kritisiert werden auch die schlechte Internet-Geschwindigkeit sowie der Zustand des Fußweges aus dem Dorf zum Sportplatz. Zu viele Lastwagen, die durch den Ort donnern, und der damit verbundene Lärm regen die Germeter ebenfalls auf. Vor allem Jugendliche vermissen einen eigenen Treffpunkt. Eine Internetseite und ein schwarzes Brett in der Ortsmitte wurden zudem vorgeschlagen. Busse sollten häufiger nach Warburg und auch am frühen Morgen ins Industriegebiet fahren. Für seit Jahren leerstehende Häuser sollten Lösungen gefunden werden.

Allein 110 Vorschläge zur weiteren Verschönerung des Ortes und zur Verbesserung des Zusammenlebens wurden im Freitext des Fragebogens gemacht. Ein Drittel der Teilnehmer wünschen sich demnach Hundetoiletten. Hundekot gehört für viele zu den größten Ärgernissen. Für Neubürger sollte es einen Informationsflyer geben und am Ortseingang ein Heimatschild geben. Der Teiche auf dem Dorfplatz sollte verschönert und das Haus des Gastes renoviert werden. Für die anstehende Neugestaltung des Kurparks schlagen die Germeter die Reparatur des Springbrunnens im Teich, den Bau einer öffentlichen Tischtennisplatte sowie eine bessere Pflege des Grüns vor.

 

Daten und Fakten

252 der 600 angeschriebenen Germeter haben anonym an der Umfrage teilgenommen. Der Frauenanteil lag bei 55 Prozent. 33 Prozent der Teilnehmer sind zwischen 30 und 49 Jahre alt – die größte Gruppe. Es folgen die 65- bis 79-Jährigen (25 Prozent) und die 50- bis 64-Jährigen (23 Prozent). Die 16- bis 29-Jährigen hatten einen Anteil von 12 Prozent. Die Mehrzahl der Teilnehmer wohnt in einem Zwei-Personen-Haushalt (41 Prozent), gefolgt von den Vier-Personen-Haushalten (24 Prozent). 39 Prozent der Teilnehmer bezeichnen sich als Ur-Germeter, 57 Prozent als Zugezogene – wobei diese Gruppe im Schnitt auch schon seit 24 Jahren in Germete wohnt.

Die Germeter beschäftigen sich mit ihrer Zukunft (von links): Thomas Vonde (Bezirksausschuss) und Jutta Baumhecker (Vorsitzende des Verkehrsvereins) haben einen Fragebogen entwickelt. Ausgewertet wurde er jetzt von Soziologie-Studentin Annika Engel. Für den Bezirksausschussvorsitzenden Willi Vonde enthält das Papier „viele nachdenkenswerte Anregungen“. Foto: Jürgen Vahle