Die Diemel soll am Ortseingang in den kommenden Jahren auf einer Länge von 850 Metern ein neues Bett bekommen. Diese Pläne des Diemelwasserverbandes sind im Germeter Bezirksausschuss vorgestellt worden. Anja Siekmann vom Planungsbüro UIH aus Höxter hat sie präsentiert.

Die Diemel unterhalb des Heinbergs

Betroffen ist der Abschnitt, der sich von der Grenze des Segelflugplatzes unter dem Heinberg bis kurz vor die Diemelbrücke erstreckt. Das Land gehört ausnahmslos der Stadt Warburg. Der Fluss ist dort um das Jahr 1860 begradigt worden. Ziel war es damals, mehr Ackerland zu gewinnen und zu verhindern, dass bei Hochwasser Geröll und Sediment auf die Flächen schwemmt. Dieser Eingriff in den natürlichen Wasserverlauf vor mehr als 150 Jahren hatte Folgen. Die Zahl der Tier-, Pflanzen-, Baum und Vogelarten, die normalerweise an solchen Mittelgebirgsflüssen vorkommen, ging stark zurück.

Bereits in den 90er Jahren hat der Kreis Höxter nach einem entsprechenden Gutachten beschlossen, die Diemel zumindest in Abschnitten wieder zu renaturieren. Bis 2025 soll das erledigt sein. Für die Diemel sind im Haushalt 2019 der Stadt Warburg entsprechende Mittel für die Planung eingestellt worden. Das neue Flussbett soll dann spätestens 2021 gegraben werden. Zwei Ausbauarten stehen noch in der Diskussion. Die geschätzten Kosten liegen je nachdem, welche Variante gewählt wird, zwischen 400.000 und 730.000 Euro. 85 Prozent der Kosten trägt das Land NRW.

Bei der günstigeren Renaturierungsart würde der Flusslauf so verändert und geschwungen, dass seine Länge in diesem Abschnitt von 850 auf 970 Meter Länge anwächst. In der Diemel, die jetzt fast durchgehend eine Tiefe und ein Gefälle hat, würden sich dann auch Kiesbänke, Totholzzonen und tote Nebenarme befinden. Diese Variante wird vom Diemelwasserverband und auch vom Germeter Bezirksausschuss bevorzugt. Zum einen, weil sie deutlich günstiger ist, zum anderen, weil in dem Gebiet verlaufende Wasser-, Strom und Abwasserleitungen sowie Kanäle nicht angetastet werden müssen. Außerdem können wertvolle Erlen- und Weidenbestände erhalten bleiben.

In der zweiten Variante würde die Flusslänge in dem Abschnitt von 850 auf 1250 Meter Länge ausgeweitet. Die entsprechenden Leitungen, die vor allem die Firma Germeta ver- und entsorgen müssten dann teuer verlegt werden, machte Willi Vonde deutlich.

Nach dem einstimmigen Votum des Germeter Ortsparlamentes werden die Planungsvarianten jetzt der Bezirksregierung und dem Kreis Höxter zur weiteren Genehmigung vorgelegt – mit Priorität für Variante 1.

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